Fettsäuren – Schlüsselfaktoren der Ernährung

In Abhängigkeit vom Vorhandensein von Doppelbindungen in der Kohlenwasserstoffkette unterscheidet der Ernährungswissenschaftler zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren befinden sich vorwiegend in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch und Milchprodukten. Diese können nur mühsam vom menschlichen Organismus aufgespalten werden und lagen sich infolgedessen gerne in Form von Hüftspeck an. Einfach ungesättigte Fettsäuren, die Vertreter mit einer derartigen Doppelbindung, gibt es in Avocado, Olivenöl und Erdnussöl. Ihnen wird eine positive Wirkung auf den Fettstoffwechsel zugeschrieben. Sie senken den Cholesterinspiegel und halten die Membrane der Zellen elastisch. Sind dann gleich mehrere solche Doppelbindungen da, sind es „mehrfach ungesättigte Fettsäuren“. Diese sind lebensnotwendig und werden daher auch essenzielle Fettsäuren genannt. Zu finden sind etwa Omega-3-Fettsäuren Saaten und Nüssen sowie Ölen wie Mandelöl, Sojaöl oder Weizenkeimöl, die aus diesen gepresst werden. α-Linolensäure gibt es in Leinöl und – wenn auch nicht besonders reichhaltig – in Spinat und Linsen. Ungesättigte Fettsäuren sind gesund für Herz und Kreislauf und senken den Blutfettspiegel. Eine Sonderstellung unter tierischen Lebensmitteln in Bezug auf die ungesättigten Fettsäuren stellen Kaltwasserfische dar. Hering, Kabeljau und Lachs ernähren sich vorwiegend von Plankton, das Omega-3-Fettsäuren enthält.

Hohe Lebenserwartung bei Japanern

Die Japaner zählen zu den Menschen mit der höchsten Lebenserwartung auf der Erde. Wissenschaftler sehen den Hauptgrund in der anderen Ernährung im Vergleich zu den westlichen Industrienationen. Tatsächlich schaffen es die Japaner nicht nur alt zu werden, sondern beinahe bis in die letzten Tage ihres Daseins gesund zu bleiben. Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind tatsächlich in Japan besonders selten. Die Experten sind der Meinung, dass dieses Phänomen nicht genetisch bedingt sein kann.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren als Jungbrunnen

Vergleiche mit Auswanderern und Bevölkerungsgruppen in Japan, die zwar über eine ähnliche genetische Disposition verfügen, aber die traditionelle japanische Kost aufgegeben und westliche Ernährungsgewohnheiten angenommen haben, zeigen bei letzteren ähnliche Krankheitsbilder und Mortalitätsraten wie in Europa und den USA. Die traditionelle japanische Küche mit zum Teil rohem Fisch, ergänzt mit Meeresalgen und Gemüse erscheint den Forschern als Modell einer idealtypischen Ernährung für ein gesundes und langes Leben.

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